Dienstag, 24. Februar 2009

Wie man sein Urin blau färben kann

Wer hat nicht schonmal daran gedacht - wie kann man sein Urin hellblau färben? Zugegeben, einige werden entsetzt auf diese seltsame Idee reagieren - viele andere werden es aber sicher interessant finden.Und für eben jene habe Ich dieses kurze Tutorial geschrieben!
Nein - man muss kein Syphilis bekommen um blaues Urin zu erhalten. Die hier gezeigte Methode ist ziemlich harmlos.

Warnung: Diese text enthält Anweisungen Dinge zu essen welche nicht für menschlichen Verbrauch verkauft werden. Lernen Sie die Risiken und lesen alle relevanten Infromationen bevor Sie dies versuchen! Einige Personen können allergisch auf Methylene blaue Farbe reagieren.

Nachdem Ich Gerüchte hörte, dass es eine Chemikalie gibt die Urin blau färbt, habe Ich sofort im Itnernet recherchiert. Und wurde schnell fündig: Wikipedia beschreibt Methylenblau im Detail. Also weiter in der Suche gign es zu EBay. Dort fand Ich viele Einträge für Methylenblau, etwa zur Behandlung von Fischfäule oder sowas ähnliches. Ich bestellte eine 100g Flasche in Pulverform.

Es kam prompt an und ich war ziemlich aufgeregt. Aber es gab ein Problem. Ich probierte es und es schmeckte sehr bitter. Da Ich eine relativ grosse Menge einnehmen musste, entschloss Ich mich, es auf geschnittenem weißem Brot zu verteilen.

Ich nahm eine Scheibe Toastbrot und drückte mit Daumen und Zeigefinger eine Delle in die Mitte. In die Mitte kommt das Methylenblau Pulver. Anschliessend faltet man die Kanten des Brots nach oben und man muss den Brotknäuel nur noch essen. Dazu viel Wasser trinken damit einem nicht übel wird.

Das Resultat kann man etwa 2 Stunden später erwarten. Es hält etwa 2 Tage an, danach filtert unser Körper die Farbe vollständig aus dem System.

Ganz nebenbei: dieser Trick wurde bei einer Kunstausstellung in San Diego verwendet. Die Gäste besuchten eine Austellung namens "Blau", bei der alle Wände und Bilder jedoch nur weiss waren. Sie wunderten sich über den seltsamen Namen der Austellung und schlürften Ihren Wein....bis Sie nach Hause gingen und plötzlich blaues Urin pieselten....der Wein wurde zu Ihrer grossen Ueberraschung mit Methylenblau behandelt!

 

Posted by LeuteHeute

Freitag, 6. Februar 2009

Dossier: Die Akte FED

Die Federal Reserve Bank ist eine der wichtigsten  Finanz-Institutionen. Im deutschen Sprachgebrauch wird die FED „US-Notenbank“ genannt, was den Eindruck vermittelt, dass es sich dabei um eine staatliche Institution handelt. Doch die FED ist weder von Gesetzgebern noch von der damaligen Regierung ins Leben gerufen worden. Plädoyer zur Abschaffung der FED.

Die Gründungs-Geschichte der FED hat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, wirft aber auch bald 100 Jahre nach deren Schaffung einige Fragen auf. - denn sie ist seinerzeit von dominanten Bankiersfamilien gegründet worden und bis heute in Privatbesitz. Wir sind der Meinung, die FED sollte abgeschafft und durch eine von der US-Regierung zu 100 % kontrollierten Zentralbank ersetzt werden.

Wer oder was ist die Federal Reserve (FED) genau?

Anbei einen Auszug aus Wikipedia:

Das Federal Reserve System oft auch Federal Reserve oder Fed genannt, ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten, das allgemein auch US-Notenbank genannt wird. Es besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banks und einer Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen. Da die Mitgliedsbanken gleichzeitig die Eigentümer der Federal Reserve sind, das Direktorium aber vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird, ist das Federal Reserve System teils privat und teils staatlich strukturiert.

Das Federal Reserve System wurde am 23. Dezember 1913 vom Kongress der Vereinigten Staaten geschaffen, um ein „Zentralbanksystem zu etablieren, das so gestaltet wurde, dem nationalen Finanzsystem sowohl Flexibilität als auch Stärke hinzuzufügen“. Das Bundesgesetz sah ein System aus mehreren Regionalbanken und einem siebenköpfigen Verwaltungsrat vor. Banken, die auf nationaler Ebene agierten, mussten sich dem Federal Reserve System anschließen, anderen Banken war die Beteiligung freigestellt. Eigentümer der Regionalbanken sind die jeweiligen Mitgliedsbanken, die durch ihre Mitgliedschaft einerseits am Risiko der Regionalbanken beteiligt sind, andererseits aber auch jährliche Dividendenzahlungen erhalten. Wichtigstes Gremium des Fed ist das Federal Open Market Committee, das die Geld- und Währungspolitik der Vereinigten Staaten betreibt. Sein Vorsitzender war vom 11. August 1987 bis 31. Januar 2006 Alan Greenspan, am 1. Februar 2006 folgte ihm Ben Bernanke.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Federal_Reserve_System

Um die Aussagen in der Einleitung zu verstehen, ist eine kleine Zeitreise zurück in die Gründungs-Geschichte der USA und dem Beginn des 20. Jahrhunderts unumgänglich.

Die US-Präsidenten Benjamin Franklin und Thomas Jefferson wehrten sich gegen die Einführung einer privaten Zentralbank zur Kontrolle der amerikanischen Währung. 1775 begann der amerikanische Unabhängigkeitskrieg, in dem die amerikanische Bevölkerung versuchte, sich der unterdrückenden englischen Monarchie zu entziehen. König Georg der III. von England verbietet die zinsfreien Währungen der amerikanischen Kolonien.

Nach dem Tode von Franklin wurde Alexander Hamilton Finanzminister und gründete die erste amerikanische Zentralbank genannt „First National Bank of United States“. Diese wurde nach dem Muster der damaligen Bank of England strukturiert. Die Zeit der zinslosen Darlehen für den Staat war damit besiegelt. In den nächsten 100 Jahren kam es mehrere Mal zum Zusammenbruch des Finanzsystems und der involvierten meist privatwirtschaftlich organisierten Notenbanken.

Die Gründungs-Geschichte der heutigen FED

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchten die herrschenden einflussreichen Familien erneut Gesetzte durchzubringen, welche die Schaffung einer neuen Zentralbank ermöglichten. Die Grundidee für die Gründung einer neuen Zentralbank stammte von dem deutschen Bankier Paul Warburg. Er war der ursprüngliche Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg und heiratete 1893 die Tochter des Salomon Loeb vom New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co.

Aber sie wussten, dass die Regierung und die Bevölkerung solcher Institutionen überdrüssig waren, also musste ein Zwischenfall inszeniert werden um die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten und Vorhaben zu beeinflussen. 1907 verbreitete John Pierpont Morgan das Gerücht, dass das Finanzinstitut Lincoln Trust in Schieflage geraten sei. Morgan wusste, dass das eine Massenpanik auslösen würde und auch andere Banken in Mitleidenschaft ziehen würde. Er hatte richtig kalkuliert und die Bevölkerung stürmten die Banken, um ihre Vermögen in Sicherheit zu bringen. Das hatte zur Folge, dass die Banken ausstehende Kredite kündigen und die Schuldner zum Teil ihren Besitz zu Schleuderpreisen veräussern mussten. Das führte zu einer Spirale von Bankrotten. J.P. Morgan organisierte sich während dieser Finanzkrise mit ein paar anderen Bankinstituten und nutzte die Situation sehr geschickt und zu seinen Gunsten aus.

Paul Warburg war nach der Bankenkrise mehrere Jahre damit beschäftigt, eine Bankenreform auszuarbeiten und wurde dabei von Senator Nelson D. Aldrich unterstützt. Die Basis für den noch heute gültigen Federal Reserve Act entstand 1910 bei einem geheimen Treffen auf einem Privatgrundstück J.P. Morgans, auf Jekyll Island (Georgia). Gemäss Recherchen von Herbert G. Dorsey waren bei diesem Treffen folgende Personen anwesend:

Henry Davidson (Partner der J.R. Morgan Bank), Charles Norton (Präsident der Morgans First National Bank) A. Piatt Andrew, Nelson Aldrich (Senator), Frank Vanderlip, (Präsident der Khun Loeb & Co), Paul Warburg und Benjamin Strong (Morgans Bankers Trust Co).

Nelson Aldrich war nicht nur bei dem geheimen Treffen anwesend, sondern leitete gleichzeitig die Untersuchungen der Finanzkrise. Auf Grund der Untersuchungs-Resultate schlug er die Gründung einer Zentralbank vor, welche künftig bei Panik an den Finanzmärkten intervenieren könne. Er scheiterte auf Grund seiner bekannten und tiefen Verbindungen in die Finanzwelt. Die Mehrheit der Kongress-Abgeordneten wurden misstrauisch und lehnten den „Federal Reserve Act“ in einer ersten Runde ab. Das Bank-Kartell gab jedoch nicht so schnell auf und liess sich nicht entmutigen. Sie verhalfen bei den Präsidentschaftswahlen von 1912 mit enormen Wahlspenden dem demokratischen Kandidaten Woodrow Wilson ins Amt. Dieser versprach den potentiellen Wählern, ein amerikanische Geldsystem, welches nicht von internationalen Bankiers gesteuert würde.

Aber bereits am 23. Dezember 1913 gelangte der leicht modifizierte „Federal Reserve Act“, mit Unterstützung von Präsident Wilson, erneut zur Abstimmung. Der Zeitpunkt der Abstimmung wurde geschickt gewählt, denn viele Abgeordnete waren bereits im Weihnachtsurlaub.

Der „Federal Reseve Act“ wurde später durch den Artikel 16 ergänzt, welche es dem Kongress von nun an ermöglichte, das persönliche Einkommen der US-Bürger zu besteuern. Dies war das erste Mal in der amerikanischen Geschichte, dass das Volk Einkommenssteuer entrichten musste. Seit der Gründung der FED hat die amerikanische Regierung – ohne grosse Gegenwehr – die Geldhoheit über den US Dollar in die Hände internationaler Privater Bankiers abgegeben.

Wer besitzt die Federal Reserve?

Die „Federal Reserve Bank“ ist so wenig „Federal“ wie zum Beispiel Federal Express sondern eine privatwirtschaftlich organisierte Institution. Der US Präsident hat lediglich ein Mitspracherecht bei der Wahl des Direktoriums der FED. Die wichtigsten Aktien-Besitzer der FED sind oder waren:

· Rothschild Banken aus London und Paris

· Lazard Brothers Bank aus Paris

· Israel Moses Seif Bank aus Italien

· Warburg Bank aus Amsterdam und Hamburg

· Lehmann Bank aus New York

· Khun Loeb Bank aus New York

· Rockefellers Chase Manhattan Bank aus New York.

· Goldman Sachs Bank aus New York

Das „Komitee des offenen Marktes“ (FOMC) der FED produziert sogenannte Federal Reserve Noten (die Dollarscheine). Diese Noten werden dann in Form von Obligationen (Schuldverschreibungen) der US-Regierung verliehen, welche der FED als Sicherheit dienen. Die Obligationen werden durch die zwölf regionalen FED-Banken gehalten, welche wiederum die jährlichen Zinsen darauf beziehen. 1992 betrug die Summe solcher Obligationen bereits USD 5‘000‘000‘000‘000 und die Zinsen welche die US Regierung und in letzter Konsequenz die amerikanische Bevölkerung – finanziert durch Steuergelder – bezahlt, fliesst direkt in die Taschen der Besitzer der FED und damit zu den internationalen mächtigen privaten Bankiers. Der Zinsbetrag ist unterdessen auf mehrere Hundert Milliarden US Dollar angewachsen.

Heute geht man davon aus, dass die Rockefeller-Bankengruppe 22 % der Aktien der Federal Reserve Bank of New York und 53 % der Anteile am gesamten Federal-Reserve-System hält. Die Bank of Japan als einer der wichtigsten Käufer von US-Staatsanleihen soll rund 8 % besitzen. Der Anteil welche rein amerikanische Banken halten, beträgt 66 % und die europäischen Bankiers kommen auf einen Anteil von 26%.

Was passiert wenn man nicht „mitmacht“?

Als Präsident Abraham Lincoln zur Finanzierung des Bürgerkriegs 1861 Geld brauchte und ihm die Kredite der Rothschild-Banken zu teuer waren, ließ er eigene Dollarnoten drucken – den „Greenback“. Das war eine unkluge Entscheidung von Lincoln und er bezahlte dafür mit seinem Leben. 1865 wurde er von einem Einzeltäter erschossen, der seinerseits auf der Flucht gleichfalls erschossen wurde. Der Nachfolger von A. Lincoln war A. Johnson, der interessanterweise die Produktion des „Greenbacks“ einstellte.

Der nächste Präsident, der das Geldmonopol verstaatlichen wollte, war John F. Kennedy. Nur wenige Monate vor seiner Ermordung soll - gemäss Zeugenaussagen - sein Vater Joseph Kennedy ihn gebeten und gewarnt haben, davon abzulassen, da er ansonsten umgebracht würde.

John F. Kennedy wollte davon aber nichts wissen und am 4. Juni 1963 hat er die „Executive Order Nummer 11110“ unterzeichnet. Die „Executive Order 11110“ sollte die „Executive Order Number 10289“ annullieren und hätte bewirkt, dass die Geldhoheit verstaatlicht worden wäre. 1963 waren bereits über USD 4 Milliarden der sogenannten „United States Notes“ in den Geld-Umlauf gebracht worden und grosse Mengen warteten bereits in der Druckerei auf Auslieferung.

Am 22. November 1963 - 100 Jahre nach Lincoln – wurde JFK interessanterweise ebenfalls von einem Einzeltäter erschossen. Und zufälligerweise wurde dieser auch kurze Zeit nach dem Attentat ebenfalls niedergeschossen. Der Nachfolger von John F. Kennedy hiess ebenfalls Johnson und auch der stoppte die Banknotenproduktion sofort.

Dear Mr. President Obama, schaffe die FED ab!

Abgesehen von den opulenten Rettungs-Paketen, sollte die FED abgeschafft werden und die US Regierung die Geldhoheit verstaatlichen und übernehmen sollte. Unterdessen wird der grösste Teil der Steuereinnahmen für die Zinszahlungen an die FED gebraucht. Da die FED ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist und die Geldhoheit über den US Dollar beansprucht, ist der Dollar per Definition nichts anderes als die private Währung des Banken-Kartells, welche hinter dem FED steht.

Das FED-Kartell wird auch im 21. Jahrhundert genau so wenig Freude an solchen Plänen haben und würde sich ähnlich zur Wehr setzen wie schon in der Vergangenheit. Die momentane Finanz- und Wirtschaftskrise wird aber mit weiteren Rettungs-Paketen alleine nicht zu bewältigen sein. Möchte der neue Präsident die Krise ernsthaft in den Griff kriegen, führt kein Weg an Währungsreformen vorbei. Dass die FED letzte Woche angekündigt hat, langfristige US Staatsanleihen zu kaufen, könnte darauf hindeuten, dass sich wirklich bald etwas Weltbewegendes verändern könnte.

Falls die FED-Kartell-Banken nicht kooperativ sind, könnte es durchaus sein, dass zum Beispiel China keine US Staatsanleihen mehr dazukauft. Der chinesische Premierminister Wen Jibao hat sich letzte Wochenende beim Treffen mit Amtskollege Gordon Brown wie folgt geäussert: „Ob wir in Zukunft mehr Bonds kaufen werden, und falls dies geschieht – wie viel mehr, diese Entscheidung werden wir in Übereinstimmung mit den eigenen chinesischen Bedürfnissen abstimmen – in Zusammenhang mit unserem Ziel, unsere Währungsreserven zu sichern und ihren Wert zu erhalten“. Falls die Chinesen tatsächlich keine US-Staatsanleihen mehr kaufen oder sogar zurückverkaufen, dürfte das schwerwiegende Folgen für den US Dollar haben.

Die Abschaffung der FED und Gründung einer staatlichen US Notenbank, wäre DIE Chance für den Präsidenten Barack Obama und die amerikanische Bevölkerung, nicht nur die Wirtschaftskrise in den Griff zu kriegen, sondern gestärkt aus dieser herauszukommen. Eine Abwertung des US Dollar und/oder die gleichzeitige Einführung einer neuen Währung (AMERO), hätten den grossen Vorteil, dass sich die Schuldenlast durch den Währungsschnitt massiv reduzieren würde. Dazukommt, dass die USA als Produktions-Standort wieder extrem attraktiv würde. Dear Mr. President Obama, schaffe die FED ab, YES YOU SHOULD!

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Sonntag, 25. Januar 2009

Britischer Wirtschaftsminister: We are fucked!

image Wie der Guardian berichtet, hat der britische Wirtschaftsminister Lord Mandelson folgenden Aussage gemacht, um die prekäre Situation von Grossbritannien darzustellen:

The banks are fucked, we’re fucked, the country’s fucked!

Diese Worte muss man nicht übersetzen. Deutlicher geht’s ja nicht mehr, um die Lage der Banken, der Regierung und des Landes auszudrücken ... und dass, wohlgemerkt, von einem Regierungsmitglied!

Die britische Regierung ist völlig verzweifelt, denn das Bankensystem, die Wirtschaft, ja das ganze Land ist bankrott.

Nach dem ersten Rettungspaket für die Banken vor drei Monaten, welches nichts gebracht hat, muss Premierminister Gordon Brown das zweite nun verkünden. 200 Milliarden Pfund sollen in einen Versicherungstopf gehen, diesmal nicht für die dahinsiechen Banken, sondern für ihre unschuldigen Kunden, für Firmen und Hausbesitzer, die dringend Kredite benötigen.

Der Parteichef der Torys David Cameron sagte gestern, Grossbritannien steht vor den dunkelsten wirtschaftlichen Zeiten seit dem II. Weltkrieg, und läuft ins Risiko, sich Milliarden vom Internationalen Währungsfonds leihen zu müssen, um gerettet zu werden.

Der Ton gegenüber den Banken wird immer aggressiver. Die Regierung teilt die Frustration der Öffentlichkeit, über die unverantwortliche Geldanlage der Vergangenheit, wie sie ihre Misere der Überschuldung immer nur stückweise veröffentlichten, und wie sie sich stur in letzter Zeit geweigert haben, Kredite zu vergeben.
Die regierende Labor Partei ist zunehmend nervös, dass die Briten einfach nicht verstehen, warum man eine zweite Rettung vornehmen muss, um den Bankern zu helfen, wenn sie bereits Milliarden an Krediten, Garantien und Kapital vom Staat erhalten haben.

Gordon Browns Titel als selbsternannter “Retter der Finanzwelt”, weil er als erster westlicher Regierungschef die Verstaatlichung von Banken als Rettungsmassnahme veranlasste, ist ziemlich angeknackst, war sowieso lächerlich. Damit wurden die gigantischen Verluste nur sozialisiert, aber das Grundproblem nicht gelöst. Die sind immer noch da, sogar viel schlimmer geworden, nur Brown ist hilflos, hat keine Ahnung was er jetzt noch tun soll.

Bei seiner Ansprache vor der Fabian Society am letzten Wochenende, sprach Lord Mandelson die oben zierten heftigen und wahren Worte aus. Er sagte weiter “Ich werde euch nicht sagen, ich glaube wir haben die Massnahmen getroffen, welche sicher funktionieren werden”. Auf die Banken bezogen sagte er: “In was sie sich hineinmanövriert haben, ist so technisch komplex, so eine Herausforderung, dass niemand in Verantwortung sagen kann, das ist alles was man tun muss, um zu richten was schiefgelaufen ist.
Auf der anderen Seite sagte Oppositionsführer David Cameron, “Wenn wir den Weg der Labor Partei einer unverantwortlichen Fiskalpolitik weiterverfolgen, dann werden wir sehr bald kein Geld mehr haben.” Weiter sagte er bei seiner Ansprache vor der Demos Denkfabrik in London. “Dann werden wir eine Rückkehr zu notfallmässigen Kürzungen vieler öffentlicher Dienste sehen, wie unter Labor in den 70gern, von denen aber eine fortschrittliche Gesellschaft abhängig ist.

Ich sage jetzt kein Datum voraus, wann die Regierung kein Geld mehr haben wird und sich an den IWF wieder wenden muss,” sagte er “was ich sage ist, wir laufen in das Risiko hinein, dass so was passiert, und in so eine Situation darf eine verantwortungsvolle Regierung das Land nicht bringen.

Der Pfund fiel auf den tiefsten Stand seit 1985 gegenüber den Dollar am Mittwoch, die Arbeitslosenzahlen sind auf ein 10 Jahreshoch von 6.1 Prozent gestiegen und die Staatsdefizit hat sich in den ersten neun Monaten des Fiskaljahres verdoppelt, auf den höchsten Wert aller Zeiten, auf 71.2 Milliarden Pfund.

Der Gouverneur der Bank von England, Mervyn King, fügte weitere schlechte Stimmung am Dienstag hinzu, als er warnte, dass “unkonventionelle Massnahmen” notwendig sein würden, um die britische Wirtschaft anzukurbeln, wenn der Zins demnächst auf null Prozent geht.

 

by Freeman

Wir wollen unseren Kaiser Willem wiederhaben

Der 150. Geburtstag von Wilhelm II könnte zum Wendepunkt der historischen Bewertung des deutschen Monarchen werden.

Launisch, größenwahnsinnig und chauvinistisch; wenn es darum ging, den letzten deutschen Kaiser schlecht zu machen, waren in den letzten Jahrzehnten stets willige Historiker zu Stelle.

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„Wir wollen unseren alten Kaiser Willem wiederhaben!“ Mit diesen Worten hüpfte Anfang der 80er Jahre eine lütte norddeutsche Deern durch den Garten ihrer Großeltern. Diese beiden, Jahrgang 1920 und 1924, hatten sich angesichts der Vierjährigen an ihre eigene Kindheit zurückerinnert, und einer von ihnen brachte den einst als Kind gehörten Ausruf ins Gespräch, den das Kind sofort nachplapperte. Es sollten über zwei Jahrzehnte vergehen, bis die Enkelin begreifen sollte, daß mit „Kaiser Willem“ nicht nur Wilhelm I. sondern auch zeitweise sein Enkel Wilhelm II. gemeint gewesen war, jener Kaiser, der an den deutschen Schulen nur negativ als Verursacher des Ersten Weltkrieges dargestellt wurde, als narzistischer, unter der Behinderung seines einen Armes leidender Egozentriker, der sprunghaft und launisch das deutsche Kaiserreich in den Untergang führte. Daß in der Weimarer Zeit ein vernünftiger Mensch diesen „abscheulichen Herrscher“ hätte wiederhaben wollen, wurde den Nachgeborenen als absolut unvorstellbar dargestellt. Da es aber trotzdem geschah, liegt der Verdacht nahe, daß Kaiser Wilhelm II. irgend etwas an sich gehabt haben muß, das die Menschen selbst Jahre nach seinem Verlust der Kaiserkrone dazu hat bewegen können, „ihren“ Monarchen zurückhaben zu wollen.

„In der Literatur über diese Periode – und im allgemeinen, heutigen Bewußtsein – ist die verblüffende Tendenz zu beobachten, die Angelegenheit [Krüger-Depesche von 1896] aus englischer Sicht zu betrachten, implizit die Vorstellung zu akzeptieren, daß die britische koloniale Ausdehnung und die britischen Auffassungen vom Recht der Briten eine ,natürliche Ordnung‘ bildeten, in deren Licht die deutschen Proteste offensichtlich mutwillige Provokationen waren.“ Diese Ehrenrettung Wilhelms II. hinsichtlich seines Glückwunschtelegramms an den Präsidenten Transvaals (heutiges Südafrika), der einen britischen Angriff erfolgreich abgewehrt hatte, stammt übrigens von einem Wahl-Briten. Christopher Clark, in Australien geboren, ist seit Jahren auf der britischen Insel ein angesehener Historiker. Diese eben zitierten Zeilen schrieb der in Cambridge Lehrende bereits vor rund zehn Jahren, doch erst jetzt – pünktlich zum 150 Geburtstag von Wilhelm II. am 27. Januar – liegen sie in deutscher Übersetzung vor.

Bereits vor zwei Jahren überzeugte der Angelsachse die Deutschen mit seinem Buch „Preußen“ davon, daß Preußen eben nicht der kriegslüsterne Militärstaat, der Hitler erst möglich machte, war, wie ihn die breite deutsche Öffentlichkeit gerne sieht. Ähnliches nun bei „Wilhelm II.“, auch in diesem Buch ergreift Clark Partei für Wilhelm II.

Zwar gab es schon immer deutsche Historiker, die versuchten, den letzten deutschen Kaiser und seine Taten aus seiner Zeit heraus zu deuten, doch sie waren in der Minderheit. In den letzten Jahrzehnten galt die Verteufelung des deutschen Monarchen als „schick“, wer anderes wagte, wurde in den linksgerichteten bundesrepublikanischen Medien der 70er, 80er und 90er Jahre schnell als rückwärtsgewandt und ewiggestrig verunglimpft. Erst in den letzten Jahren fanden Historiker, die in Wilhelm II. nicht nur einen Größenwahnsinnigen sahen, zumindest in Historikerkreisen Gehör. Christopher Clark hingegen erreicht breite Teile der Öffentlichkeit, da seine Bücher Bestseller sind.

Zitate von Wilhelm II. wie „Ihr wißt alle gar nichts. Nur ich weiß etwas, nur ich entscheide“ werden bis heute gerne angeführt, um zu belegen, daß der Kaiser unter „Cäsarenwahnsinn“ litt und die alleinige Macht einforderte, doch nur wer die Aussagen des Kaisers im historischen Kontext liest, erkennt auch seine Not. Als Sohn der ältesten Tochter der britischen Queen Victoria und des ältesten Sohnes von Kaiser Wilhelm I. wurden an den jungen Kronprinzen hohe Erwartungen gestellt, die dieser wegen seines von Geburt an gelähmten linken Armes schon körperlich nicht immer zu erfüllen in der Lage war.

Schon früh wurde der Junge zum Spielball zwischen dem konservativen prorussischen Reichskanzler Otto v. Bismarck und seinem Großvater auf der einen Seite und seinen liberalen, probritischen Eltern auf der anderen. Auch suchten zumeist Menschen seine Nähe, die sich Vorteile von seiner Stellung versprachen. Von Bismarck immer wieder gegen Kronprinz Friedrich in Stellung gebracht, fühlte sich der junge Mann umschmeichelt. Zu gern ließ er sich dessen Sympathiebekundungen gefallen, doch als er 1888 nach der nur wenige Monate währenden Regentschaft seines an Kehlkopfkrebs verstorbenen Vaters mit Bismarck als Reichskanzler zusammenarbeiten mußte, geriet er schnell mit diesem aneinander.

Der seit zwei Jahrzehnten die deutsche Politik gestaltende Reichsgründer konnte die Fürsorge des jungen Kaisers für „seine Untertanen“ im Bergarbeiterstreik von 1889/90 absolut nicht nachvollziehen. Gesetzliche Regulierungen von Frauen- und Kinderarbeit sowie Arbeiterschutzgesetze im allgemeinen leisteten in Bismarcks Vorstellung nur den ihm verhaßten Sozialdemokraten Auftrieb, Wilhelm II. sah es dagegen als seine Pflicht an, die „Bedrückung der Leute“ zu lindern. Interessanterweise drehten auch hieraus die Historiker der nachfolgenden Generationen dem Hohenzollern einen Strick. Statt Humanität unterstellte man ihm Popularismus.

Auch die Tatsache, daß er nicht nur mit dem 1890 aus seinem Amt scheidenden Bismarck als Reichskanzler nicht zurecht kam, wird vorwiegend dem Throninhaber angelastet. Wie schwierig es jedoch für einen jungen Mann sein muß, in einer Welt von alten Männern, die seit Jahrzehnten die Feinheiten der Politik kennen, seine Ziele durchzusetzen, wurde selten bedacht. Wilhelm redete gerne frei, ohne Manuskript, sagte direkt das, was sein Herz ihm auf seine Zunge legte. Für den obersten Vertreter eines Staates eine unverzeihliche Schwäche, doch diese macht ihn nicht gleich zu einem Psychopathen. Seine Ziele waren häufig redlich. Ob Krüger-Depesche oder Marokko-Krise: In beiden Fällen befürwortete er die Unabhängigkeit eines bestehenden Staates, doch erstaunlicherweise sieht die Nachwelt darin nur eine Brüskierung der Westmächte.
Auch seine häufigen politischen Richtungswechsel werden ihm zur Last gelegt, dabei ist nachprüfbar, daß Wilhelm durchaus bereit war, sich von den Argumenten seiner Mitmenschen umstimmen zu lassen. Er war also keineswegs der absolutistische Monarch, sondern gab bei guten Argumenten – allerdings auch bei dem reinen Machtkalkül anderer dienenden Gegendruck – nach.

Außerdem regierte Wilhelm II. zu einer Zeit massiver gesellschaftlicher Umwälzungen. Deutschland erstarkte politisch und wirtschaftlich und mit ihm Bürgertum und Arbeiterschicht, während die Agrarier gegen ihren schwindenden Einfluß anzukämpfen suchten. Zeitgleich entdeckten die Zeitungen auch dank gelockerter Zensur ihre neuen Einflußmöglichkeiten bei der Prägung der öffentlichen Meinung. Auch in Europa, ja, der ganzen Welt, verschob sich das Machtgefüge … und dann die zum Ersten Weltkrieg führende Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo. In einem derartigen Spannungsfeld sollte ein zugegebenermaßen nicht mit Weitblick, Fingerspitzengefühl und Durchhaltevermögen gesegneter Hohenzollernsproß sein Amt ausüben. Ein Amt, dessen Vollmachten von vielen Variablen abhingen.

Doch inzwischen werden auch ihn in ein neues Licht stellende Quellen en vogue. Quellen, die belegen, daß Wilhelm II. keineswegs den Krieg wollte und bis zuletzt nicht glaubte, daß die Provokationen von allen Seiten eine militärische Konsequenz nach sich zögen. So schrieb er dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Gottlieb von Jagow, noch am 28. Juli 1914, dem Tage der österreichischen Kriegserklärung an Serbien, daß „ein Kriegsgrund nicht mehr vorhanden“ sei.

Dem Kaiser, der vereinsamt und schon zu Lebzeiten verhöhnt 1941 in seinem niederländischen Exil verstarb, scheint allmählich in der Betrachtung seiner Person mehr Gerechtigkeit zu widerfahren.

Rebecca Bellano

Veröffentlicht am 21.01.2009 im Ostpreussenblatt

Mittwoch, 21. Januar 2009

Bin ich islamophob?

image Gerne wird uns Islamkritikern vorgeworfen, wir hätten uns in etwas verrannt, in einer Art Hysterie verfangen - unfähig, den eigenen Irrweg noch zu erkennen und zu einer Selbstreflexion gar nicht mehr fähig zu sein. Nun, das muss ich klar von mir weisen. Ich denke oft darüber nach, z.B. wenn ich durch die Innenstadt gehe und alles nach einem friedlichen Einkaufstag mit fröhlichen Menschen aussieht: wo ist denn das, von dem man hier oft liest? Ist das nicht doch im Vergleich zur Realität überzogen und schwarzgemalt?

Aber dann lohnt es doch, sich einmal vorzustellen: wenn in den “Goldenen Zwanzigern” jemand gesagt hätte: kein Jahrzehnt mehr, bis die schlimmste Diktatur mitten in Europa ausbricht; anschließend alles, wirklich alles in Schutt und Asche liegen wird; sich hier Leichenberge auftürmen werden, an die kein Alptraum jemals heranreichen kann und eine Fließbandtechnik nicht zum Montieren von Autos, sondern zum Ermorden eines ganzen Volkes zum Patent angemeldet wird [1] - den hätte man doch gleich in die Klapse gesteckt!

Und damals konnte man das alles in einem Buch nachlesen. Aber kaum einer hat es gelesen.

Und genau das werfen Islamkritiker den Multikulti-Illusionisten ganz zu Recht vor: so wie ihr euren Eltern nicht abnehmt, ‘von nichts gewußt’ zu haben - mit u.a. der Begründung: ihr hättet nachlesen können, was der vorhat! - so liest heute keiner das Buch, in dem auch genau drinsteht, was kommen wird.

Liebe Gutmenschen - Prantls, Roths, Ströbeles, Edathys, …: wer von euch hat denn den Koran gelesen? Intensiv, mit Querstudien? Wisst ihr die Begiffe ‘mekkanische Sure’, ‘Taqiyya’, ‘Abrogation’, ‘Hadith’ zu deuten? Kennt ihr das Ordnungsprinzip des Korans? Könnt ihr einige Suren aufsagen?

Hier muss ich eingestehen: die Begriffe sagen mir natürlich etwas, etliche Suren kann ich auch aufsagen - aber den Koran ganz habe ich nicht gelesen.

Aber nicht aus Desinteresse - im Gegenteil: ich hatte es mir fest vorgenommen und begonnen, aber dann konnte ich nicht mehr. Ich wollte mir einfach diese unglaubliche Mischung von Menschenverachtung, hirnrissigem Blödsinn, Hassparolen, Frauenverachtung, Antisemitismus und einer klaren Anleitung zur Installation einer Unterwerfungsdiktatur unfasslicher Ausmaße nicht weiter antun - ich habe bereits begonnen, körperlich darauf zu reagieren, dann habe ich aufgehört.

Aber: es reicht auch so. Wäret ihr Gutmenschen doch nur auch so weit gekommen!

Und nun möchte ich speziell euch ganz direkt etwas fragen:

Soll man denn nicht gegen ein Buch sein (und gegen die aus ihm erwachsenden Lehren), wonach Menschen benachteiligt werden dürfen - ja, sogar müssen, weil sie “schlecht” sind? Weil sie nicht zur ‘besseren’ Gemeinschaft gehören? Welches Individualität und Freiheit abschafft? Wo drinsteht, dass das Unterwerfen fremder Völker gut und richtig ist? Welches feststellt, dass es Menschen gibt, die kein Recht auf Leben besitzen? Wo von einer allen anderen Völkern überlegenen Gemeinschaft die Rede ist, der ganz natürlich mehr Rechte als anderen zusteht? In dem Andersartige und -denkende mit schmähenden Tierbegriffen belegt werden? Wo drinsteht, wie übel mit denen zu verfahren ist, die sich dieser Gemeinschaft in den Weg stellen? Und wo schließlich auch drinsteht - um es einmal mit heutigen Worten auszudrücken - das Juden der letzte Dreck sind?

Doch, dagegen soll man sein. Das ist unstrittig, und kaum einer heißt hierzulande noch solche Lehren gut, denn sie stammen alle aus Adolf Hitlers “Mein Kampf” [2].

Wenn Sie, lieber Gutmensch, schon relativieren wollten, schon wieder einen kulturellen Rabatt einräumen wollten, weil man ja ‘aus dem Dritten Reich gelernt hat’ - dann fragen Sie sich doch bitte zuerst einmal, wie es kommt, dass Sie soeben klare Nazilehren verharmlosen wollten - etwas, wo Sie doch sicher waren, so etwas niemals auch nur im Ansatz denken zu können.

Fragen Sie sich dann bitte einmal, wie es kommt, dass Sie die Darstellungen für eine Beschreibung des Islam gehalten haben und die wirkliche Quelle nicht erkennen konnten [3].

Zugegeben, ein wenig habe ich Sie auf eine falsche Spur gebracht.

Aber wenn Sie nach Köln wollen und Sie stattdessen jemand nach Buxtehude schickt, werden Sie auch als Ortsunkundiger irgendwann einmal stutzig - spätestens am Ortschild ‘Buxtehude’.

Nur: wenn Sie in Richtung Islam aufbrechen und unbemerkt in Richtung der reinen Nazilehre abbiegen - das merken Sie noch nicht einmal am Schild, auf dem klar und deutlich “Tötet die Juden” draufsteht?

Warum sind Sie denn eigentlich irgendwann mal zu dem Schluss gekommen, “gegen rechts” sein zu müssen?

Bei allem, was man Joschka Fischer vorwerfen kann und soll: an einem Punkt stimmte die Richtung. Er machte einmal darauf aufmerksam, dass die recht intelligenzfreie Parole “Nie wieder Krieg” nicht die richtige Lehre aus dem Dritten Reich sein kann, sondern, wie er meinte, vielmehr: “Nie wieder Auschwitz”.

Aber auch das trifft es noch nicht. Vernichtungslager, Vernichtungskriege und die gesamte in “Mein Kampf” zu findende Menschenverachtung werden eher durch folgendes Statement recht zuverlässig verhindert:

Nie wieder Totalitarismus!

Das verhindert ein 4. Reich, eine 2. DDR und ein 1. deutsches Kalifat gleichermaßen.

Und was ist daran, lieber Gutmensch, so unendlich schwer zu verstehen? Dafür müsste eigentlich schon ein Hauptschulabschluss reichen, denn Lesen können genügt. Aber du, lieber Gutmensch, schaffst es noch nicht mal mit einem ’summa cum laude’ -Abschluss!

Und wenn es dumm läuft, werden spätere Generationen sich an dieser Frage so die Zähne ausbeißen wie heute an der Frage, wie es in einem höchst gebildeten Land zum Dritten Reich kommen konnte. Beiden ist nämlich gleichermaßen mit dem Verstand nicht zu erfassen!

Bleibt noch die Eingangsfrage zu beantworten: Bin ich denn nun islamophob?

So, wie ein Evolutionspsychologe einmal humoristisch anmerkte: angesichts der Anzahl der Toten durch Spinnenbisse ist eine Spinnenphobie schon etwas irrational - aber Muskelzittern, Schweißausbrüche und Fluchtreflexe bei Anblick eines Automobils zu bekommen, wäre angesichts der durch Autos verursachten Toten eine sehr gesunde Reaktion. Leider reagiert die Evolution auf junge Gefahren zu langsam.

Und wenn ich nun angesichts der Lehren des Islam Muskelzittern und Schweißausbrüche bekommen würde - dann brauche ich auch nur auf die Toten zu sehen (wie sie z.B.TheReligionofPeace.com zählt), um zu wissen, wie begründet eine solche Phobie wäre.

Aber so weit ist es bei mir noch nicht. Im Moment beschränkt es sich darauf, Texte wie diese zu verfassen, und - so unangenehm das in Einzelfällen auch ist - mit strunzdummen Gutmenschen immer wieder das Gespräch zu suchen.

Andere hängen Transparente an Autobahnbrücken. Oder gründen Blogs wie diesen hier. Oder schreiben Bücher. Oder sind noch auf der Suche nach Aktivitäten. (Nur Mut, ich bin sicher: ihr findet sie, da werden noch viele gute Ideen zusammenkommen.)

Egal, was - und egal, ob das jemand islamophob oder sonstwie nennt (’rechtsradikal’ wird auch immer wieder gerne genommen):

In jedem Fall sind es ausgesprochen begründete und gesunde Reaktionen. So wie Phobien überhaupt etwas Natürliches sind und durch die Evolution erschaffen wurden, um das Überleben zu sichern. (Angst vor Spinnen war für unsere frühen Vorfahren eine sehr wertvolle Überlebensstrategie!)

Und wie lautet nun die Antwort auf die Eingangsfrage? Sie lautet schlicht und wahrhaftig: Darauf kommt es nicht an.

Worauf es ankommt: die Hasslehre, zu deren Schutz dieser Begriff erfunden wurde und die sich als Religion zu tarnen beliebt, in ein freies Land nicht einziehen zu lassen!

Und was immer davor schützt: Phobien, Bücher, Blogs, Autobahnbrückentransparente, eine neue Partei: All das sei mir herzlich willkommen!

Anmerkungen:

[1] Ralph Giordano berichtet in “Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte” über die Patentanmeldung einer Maschine zur Einäscherung einer großen Zahl von Leichen.

[2] Begriffe und Formulierungen in “Mein Kampf” (aus dem 1. Link der Wikipedia zum Stichwort “Mein Kampf”):
“Wir verstehen unter Idealismus nur die Aufopferungsfähigkeit des einzelnen für die Gesamtheit.” / “..der rassisch “höherwertige” Mensch … minderwertige Völker” / “Völkerparasit” / “Vernichtungsgebot” / “mit ‘brutaler Gewalt’ gegen Judentum” / “jede subsidiäre Freiheit ist aus dem hierarchischen Gefüge eliminiert” / “…ein Ziel… nur auf kriegerischem Weg, durch Unterdrückung der minderwertigen Völker … zu erreichen”

[3] Einige der Nr.[2] entsprechenden Formulierungen im Koran:
“Es sind, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat.”
“Da sprachen Wir zu ihnen [den Juden]: ‘Werdet ausgestoßene Affen’.”
“Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist.”
“Und tötet die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie stoßt”
“Und kämpft gegen sie … bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist.”
“Verflucht seien sie! Wo immer sie gefunden werden, sollen sie ergriffen und rücksichtslos hingerichtet werden.”
“Sicherlich findest du, daß unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind.”
“Ihr [Muslime] seid die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand. Ihr gebietet das, was Rechtens ist”
“Wahrlich, jene, die ungläubig sind unter dem Volk der Schrift [Juden und Christen] … diese sind die schlechtesten der Geschöpfe.”
“Erniedrigung ist für sie [Juden und Christen] vorgeschrieben, wo immer sie getroffen werden”

Gastbeitrag von Micha in PI-News

Samstag, 17. Januar 2009

Führungskampf in der Luftfahrt

KÖLN/ROM - Mit einer Serie bedeutender Konzernübernahmen setzen die Deutsche Lufthansa und ihre Konkurrentin Air France-KLM den Führungskampf in der europäischen Luftfahrt fort. Nach dem Kauf der Austrian Airlines (AUA) durch die Lufthansa hat Air France-KLM am gestrigen Dienstag ihren Einstieg bei Alitalia perfekt gemacht. Sie erhält ein Viertel der Anteile sowie die Option auf deren Aufstockung. Die beiden kerneuropäischen Flugunternehmen rivalisieren unter anderem noch um die Scandinavian Airlines (SAS) und beobachten die Entwicklung bei der spanischen Fluglinie Iberia; deren Fusionsverhandlungen mit British Airways sind noch nicht abgeschlossen. Den Konkurrenzkampf, der sich in diesem Jahr zuzuspitzen scheint, treibt die Lufthansa trotz ihrer Niederlage im Kampf um Alitalia auch in Italien weiter voran. Sie hat dort eine Tochtergesellschaft gegründet und will insbesondere im Norden des Landes expandieren. Dabei setzt sie auf regionalistische Kräfte in der reichen Lombardei und wird von deren politischem Arm unterstützt, der rechtsgerichteten Lega Nord.

Entscheidende Phase

Der seit Jahren tobende Kampf um die Vorherrschaft unter den europäischen Fluggesellschaften (german-foreign-policy.com berichtete [1]) spitzt sich weiter zu. Die krisenbedingte Fusionswelle wird im neuen Jahr fortdauern: Der Luftfahrtverband International Air Transport Association (IATA) hält 2008 für ein "rabenschwarzes Jahr" und erwartet, dass die Schwierigkeiten in der Branche 2009 anhalten. Er sagt den europäischen Airlines rund zehnmal so hohe Verluste wie 2008 voraus.[2] Wegen steigender Kosten und schleppender Nachfrage sinken die Überlebenschancen kleinerer Fluglinien, und der Führungskampf in der europäischen Luftfahrt tritt in eine entscheidende Phase. Ausgetragen wird er als Zweikampf zwischen der Deutschen Lufthansa und der französisch-niederländischen Air France-KLM. Der dritte Rivale, British Airways, droht den Anschluss zu verlieren und wird bereits als mögliches Übernahmeziel gehandelt.

Nummer eins

In dem Luftfahrt-Zweikampf hatte zuletzt die Lufthansa die Führung übernommen. Der deutsche Flugkonzern machte im Dezember nach monatelangem Tauziehen den Kauf der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) perfekt. Die Lufthansa, die entgegen dem Branchentrend 2008 mehr Fluggäste transportierte als im Jahr zuvor, überflügelte mit der Übernahme ihren Rivalen Air France-KLM. Dieser hatte mit rund 75 Millionen Passagieren als Marktführer in Europa gegolten. Die Lufthansa kam inklusive der Schweizer Airline Swiss im letzten Jahr auf mehr als 70 Millionen Fluggäste, zu denen jetzt noch die gut zehn Millionen Passagiere der AUA hinzukommen. Weitere Übernahmen zeichnen sich bereits ab: Die Lufthansa bestätigt ihr Interesse an der skandinavischen Fluggesellschaft SAS, die britische Virgin Atlantic sucht die Kooperation mit der Lufthansa, und die polnische Fluggesellschaft LOT will den deutschen Konzern als strategischen Investor gewinnen.[3]

Widerstand

Der überrundete Konkurrent Air France-KLM schlägt zurück und kündigt Widerstand gegen die Übernahme der österreichischen AUA an.[4] Bei AUA war Air France-KLM zuletzt der einzige ernsthafte Mitbieter und moniert eine gravierende Ungleichbehandlung zugunsten des deutschen Konzerns. Die nun angekündigte Klage bei der EU-Kommission wird die Rechtmäßigkeit des AUA-Kaufs womöglich über Jahre in Frage stellen. Auch mit eigenen Übernahmeplänen bleibt Air France-KLM aktiv. Der Flugkonzern ist nicht nur von der irischen Aer Lingus, die von Ryanair umworben wird, zum "weißen Ritter" erkoren worden. Er hat darüber hinaus wie sein deutscher Rivale Interesse an der skandinavischen SAS bekundet. Ein weiterer Zweikampf der beiden Konkurrenten könnte um die spanische Iberia entbrennen: Sollten deren Fusionsverhandlungen mit British Airways scheitern, könnten sowohl Air France-KLM als auch die Lufthansa zuschlagen.

Duell um Alitalia

Eine wichtige Etappe hat Air France-KLM gerade für sich entschieden: Das Duell um den Einstieg bei der gestern gestarteten "neuen" Alitalia, die aus den Resten der alten italienischen Staatslinie sowie der zweitgrößten italienischen Fluggesellschaft Air One entstand. Der Alitalia-Verwaltungsrat stimmte dem Bündnis mit der französisch-niederländischen Airline zu. Air France-KLM erwirbt nun für 322 Millionen Euro ein Viertel der Anteile an der "neuen" Alitalia und kann seinen Anteil künftig weiter aufstocken. Die Lufthansa besaß im Kampf um Alitalia zwar Unterstützung von höchster Stelle: Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatten sich einhellig für einen Einstieg der Lufthansa ausgesprochen. Der deutsche Flugkonzern aber war nicht bereit, den geforderten Preis zu zahlen, und legte letztlich kein Gebot vor. Er warb mit der Aussicht auf ein Bündnis, stellte jedoch neue Forderungen, etwa nach Geschäftsführungs-Befugnissen. Dies bewog Alitalia schließlich, für Air France-KLM zu votieren.[5]

Offene Flanke

"Wir sehen uns jetzt definitiv nicht als Verlierer", sagt dennoch ein Sprecher der Lufthansa und erklärt das Unternehmen für in Italien "gut aufgestellt".[6] Hintergrund ist der jetzt bevorstehende Angriff des deutschen Konzerns in Norditalien - "Alitalias offene Flanke", kommentiert die Wirtschaftspresse.[7] Die Lufthansa hat bereits Ende November in Mailand eine Tochtergesellschaft gegründet, mit der sie Alitalia Marktanteile abnehmen will. Unter dem Namen "Lufthansa Italia" bietet sie ab Februar Verbindungen zwischen Mailand und mehreren europäischen Metropolen an. Auch Langstrecken- und Interkontinentalflüge sind im Gespräch. Der deutsche Flugkonzern setzt dabei auf regionalistische Kräfte in Norditalien. "Mailand und die Region Lombardei gehören zu den wirtschaftlich bedeutendsten und stärksten Regionen Europas. Es ist wichtig, dass diese durch ein gutes Streckennetz mit Europa verbunden sind", warb Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber bei der Gründung der neuen Italien-Tochter.[8]

Traditionen

Tatsächlich hatte die rechtsgerichtete Regionalistenpartei Lega Nord bereits zu den vehementesten Unterstützern eines Lufthansa-Einstiegs bei Alitalia gezählt. Mit einer engen deutsch-italienischen Kooperation werde der Flughafen Mailand-Malpensa mehr Flüge erhalten und womöglich sogar zum einzigen Flugdrehkreuz für Italien aufsteigen, hatte es bei der Lega Nord geheißen.[9] Die Partei, die zeitweilig die Abspaltung des wohlhabenden Norditalien vom wirtschaftlich schwächeren Süden forderte und mit vollem Namen Lega Nord per l'indipendenza della Padania heißt (Nord-Liga für die Unabhängigkeit Padaniens), ist seit 2008 maßgeblich an der Regierung Berlusconi beteiligt. Sie hat inzwischen einen pragmatischen Kurs eingeschlagen, verlangt aber dennoch die Föderalisierung Italiens (Devolution) und Autonomie für seinen Norden. Sie kooperiert mit Parteien der extremen Rechten aus mehreren EU-Staaten; ein Vertreter der Lega hat erst kürzlich an einem internationalen Kongress in Köln teilgenommen, auf dem die Gründung einer europäischen Rechtsaußenpartei geplant werden sollte - basierend auf alten Traditionen der Kollaboration mit NS-Deutschland.[10]

[1] Informationen zum Konkurrenzkampf in der europäischen Luftfahrt finden Sie hier: Krise und Konzentration,Unheimlicher Anschluss (II), Durch die Krise gestärkt, Übernahmephantasien, Lücken schließen,Schachspiel, Wichtiges Ziel, Umverteilung, Dünne Luft, Deutscher Raubvogel, Endspiel um die Vorherrschaft, Ausleseprozess und Mafiotische Züge.
[2] Fluglinien fliegen vier Milliarden Euro Verlust ein; Handelsblatt 09.12.2008
[3] Lufthansa bestätigt grundsätzliches Interesse an SAS; Reuters 19.11.2008. Gespräche über britische Tochter: Branson flirtet mit Lufthansa; Financial Times Deutschland 10.12.2008. LOT will Lufthansa als Ankerinvestor; www.peopleanddeals.de 17.12.2008
[4] Konfrontationskurs: Air France stemmt sich gegen Lufthansa-Vormacht; Financial Times Deutschland 21.11.2008
[5] Streit über künftige Alitalia-Partner; Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.01.2009
[6] Okay für Einstieg bei Alitalia: Air France-KLM sticht Lufthansa aus; Financial Times Deutschland 13.01.2009
[7], [8] Alitalias offene Flanke; Handelsblatt 12.01.2009
[9] Poker um den ausländischen Partner für Alitalia; Frankfurter Allgemeine Zeitung 21.11.2008. Lega Nord fordert Lufthansa-Beteiligung an Alitalia; Dow Jones Newswires 05.01.2009
[10] s. dazu Europa der Rechtsextremisten (II)

Freitag, 16. Januar 2009

Besatzungshelfer

ABU DHABI/KABUL/BERLIN (Eigener Bericht) - Zur Unterstützung der Besatzung Afghanistans will Berlin arabische Kräfte stärker nutzen. Vor wenigen Tagen legten Abgesandte Deutschlands und der Vereinigten Arabischen Emirate in Kabul den Grundstein für ein neues Polizeihauptquartier. Zudem vereinbarten die Außenminister beider Länder den gemeinsamen Ausbau des Flughafens in Mazar-e-Sharif, der auch von der Bundeswehr genutzt wird. Berlin wolle am Hindukusch künftig enger mit den Emiraten kooperieren, teilt der deutsche Außenminister mit. Die Unterstützung aus Abu Dhabi spart nicht nur Besatzungskosten ein, sondern verleiht den westlichen Aktivitäten ein arabisch-islamisches Gesicht; das könne den Widerstand gegen die Besatzung schwächen, heißt es. Bereits beim Training irakischer Soldaten und der Aufrüstung Bagdads hatte die Bundesrepublik Mittlerdienste Abu Dhabis genutzt. Der Rückgriff auf die Emirate für die Besatzung Afghanistans offenbart ein Ziel der "Strategischen Partnerschaft", die Deutschland 2004 mit dem Golfstaat geschlossen hat.

Strategische Partnerschaft

Die "Strategische Partnerschaft" zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten war nach intensiven Vorarbeiten im April 2004 in Berlin geschlossen worden. "Die beiden Regierungen haben damit ihren Willen bekundet, in sämtlichen Bereichen der bilateralen Beziehungen eng zusammenzuarbeiten" [1], schreibt die deutsche Botschaft in Abu Dhabi über die Vereinbarung. Tatsächlich profitiert Deutschland in hohem Maße von der "Partnerschaft", die von einer Vielzahl gegenseitiger Besuche von Regierungschefs und Ministern getragen wird. Rund 30 solcher Besuche verzeichnet die Statistik, seit im Oktober 2004 der damalige Kanzler Gerhard Schröder in Abu Dhabi und Dubai eintraf - als erster deutscher Regierungschef seit 1981. Am vergangenen Montag kam Bundeskanzlerin Merkel in Berlin mit dem Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, zusammen - bereits zum dritten Mal.

Großkunde

Der Aufwand zahlt sich aus. So haben die deutschen Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Die Scheichtümer vom Golf kauften 2007 in der Bundesrepublik Waren im Wert von fast sechs Milliarden Euro. Die Fluglinie Emirates gehört zu den Großkunden von Airbus, die Aufträge belaufen sich auf zweistellige Milliardensummen. Dem steht keinerlei Abhängigkeit Deutschlands von emiratischen Waren gegenüber: Die deutschen Importe aus dem Land stagnieren bei im Vergleich recht geringen 400 Millionen Euro im Jahr. Auch kulturell sucht Berlin die Emirate einseitig auf Deutschland zu orientieren - mit einem Gemeinschaftsbüro für die Golfstaaten, das das Goethe-Institut und der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) in Abu Dhabi eingerichtet haben.[2] Nicht zuletzt enthält die "Partnerschaft" eine umfassende repressive Komponente: Polizei und Militär der Emirate werden von der Bundesrepublik trainiert und ausgerüstet.

NATO-Standards

Damit orientieren sich die Vereinigten Arabischen Emirate auch in Sachen Kriegführung und Rüstung an westlichen Standards. Die Kooperation ihrer Streitkräfte mit der Bundeswehr wurde bereits in den 1990er Jahren in die Wege geleitet und im Jahr 2005 mit dem "Vertrag über die Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet" institutionalisiert (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Begleitend tätigten die Emirate Rüstungskäufe. "Die Bedeutung der Bundesrepublik Deutschland als Waffenlieferant" für den Golfstaat war "bis Ende der 90er Jahre eher gering", resümieren Beobachter: Erst 2005 war das Land "nach Angaben der Bundesregierung der drittwichtigste Abnehmer deutscher Rüstungswaren außerhalb der NATO".[4] Auch 2007 standen die Emirate in der deutschen Rüstungsexportrangliste weit oben - mit Kriegsgerät im Wert von fast 70 Millionen Euro auf Rang sechs der Empfängerstaaten außerhalb von NATO und EU.[5]

Irak

In Sachen Repression waren die Emirate Berlin bereits mehrfach behilflich - bei Training und Ausrüstung von Polizei und Militär des irakischen Regimes. Noch vor dem Abschluss der "Strategischen Partnerschaft" war der damalige Bundesinnenminister Otto Schily im Januar 2004 an den Golf gereist, um über das dortige Training von 500 irakischen Polizisten zu verhandeln; die Ausbildung konnte vom Bundeskriminalamt binnen Jahresfrist abgeschlossen werden. Es folgten bislang drei Trainingsprogramme für irakisches Militär, die ebenfalls in den Emiraten abgewickelt wurden - von der Bundeswehr.[6] Die Zuarbeit für die Parteigänger der westlichen Besatzer im Irak wird in Berlin und in Abu Dhabi gleichermaßen als erfolgreich beurteilt.

Afghanistan

Auch in Afghanistan zieht Berlin die Vereinigten Arabischen Emirate zunehmend für Besatzungstätigkeiten heran. Am 11. Januar legten Abgesandte Deutschlands und der Emirate in Kabul den Grundstein für ein neues Hauptquartier der Bereitschaftspolizei (Afghan National Civil Order Police, ANCOP). Der Bau wird fast paritätisch von beiden Seiten finanziert (Deutschland: 1,39 Millionen Euro, Vereinigte Arabische Emirate: 12,5 Millionen Euro). Das emiratische Innenministerium hat einen Vertreter in dem zukünftigen ANCOP-Hauptquartier installiert, der die dortige Arbeit beobachtet. ANCOP gilt als bedeutendes Element der Aufstandsbekämpfung am Hindukusch. Einen Tag später teilte der deutsche Außenminister mit, er habe sich mit seinem emiratischen Amtskollegen auf den gemeinsamen Ausbau des Flughafens in Mazar-e-Sharif geeinigt. Der Flughafen wird von der Bundeswehr genutzt, deren Aktionsradius mit dem Airport-Ausbau wächst. Weitere Projekte sollen folgen.[7] Die emiratische Unterstützung gilt nicht nur wegen ihrer finanziellen Komponente als erwünscht, sondern auch, weil sie der Besatzung ein arabisch-islamisches Gesicht verleiht und damit potenziellen Widerstand schwächt.

Bundesverdienstkreuz

Die Indienstnahme der Vereinigten Arabischen Emirate für Besatzungstätigkeiten in Afghanistan und im Irak offenbart einen Hauptzweck der "Strategischen Partnerschaft" aus dem Jahr 2004. Das Training von emiratischen Soldaten durch die Bundeswehr und die anhaltenden Rüstungskäufe in Deutschland, ganz nach NATO-Standards, lassen auch eine weitergehende Beteiligung des Golfstaats an Besatzung und Krieg nicht ausgeschlossen erscheinen. In Anerkennung der Anpassungsleistungen des Herrscherclans in Abu Dhabi hat Bundespräsident Horst Köhler jetzt dem stellvertretenden Premierminister des Landes, Sheikh Hamdan bin Zayed Al Nahyan, das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen. Wie der Botschafter der Bundesrepublik bei der Übergabe am 14. Dezember 2008 in Abu Dhabi erklärte, hat der Sheikh nicht nur an der Gründung, sondern auch am Ausbau der "Strategischen Partnerschaft" "entscheidenden Anteil".[8]

[1] Die Strategische Partnerschaft; www.abu-dhabi.diplo.de
[2] s. dazu Verbindungsbüro
[3] s. dazu Militärpartner am Golf
[4] Länderportrait Vereinigte Arabische Emirate; Bonn International Center for Conversion, Januar 2007
[5] Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik für konventionelle Rüstungsgüter im Jahre 2007
[6] s. dazu Großer Aufschwung, Eigennützige Waffenhilfe und Militärpartner am Golf
[7] Deutschland und Vereinigte Arabische Emirate rehabilitieren gemeinsam Flughafen in Masar-i-Sharif; Pressemitteilung des Auswärtigen Amts 12.01.2009
[8] Stv. Premierminister S.H. Sheikh Hamdan bin Zayed Al Nahyan erhält Bundesverdienstkreuz; www.abu-dhabi.diplo.de

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